Hannas Aufenthalt an der St. Johnsbury Academy (2013/14)

St. Johnsbury, Vermont, USA

Hi, ich bin Hanna und ich werde an die St. Johnsbury Academy in Vermont gehen. Mein Jahr im Ausland werde ich in mehreren Berichten festhalten.

Die Vorbereitung

Ich weiß selbst nicht genau was ich von dem Seminar erwartet habe, ich weiß nur, dass es meine Erwartungen übertroffen hat! Ich bin mit dem Zug nach Heidelberg gefahren und war super nervös als ich an der Jugendherberge ankam. Als erstes habe ich die anderen 3 Mädchen kennengelernt mit denen ich mir ein Zimmer geteilt habe, und die waren alle super nett, wir haben uns alle von Anfang an richtig gut verstanden. Als wir uns am Abend alle getroffen haben und den „Stundenplan“ für das Seminar durchgesprochen haben, war ich erstmal geschockt: Jeden morgen Joggen, ich hasse Joggen. Aber ich kann euch beruhigen, so schlimm ist es nicht, man gewöhnt sich dran, mittlerweile mag ich Joggen sogar.

Wir waren alle in verschiedene Gruppen aufgeteilt und es gab einen Wettkampf zwischen den Gruppen, wer am Ende die meisten Punkte hat. Das hat glaube ich unglaublich zu dem Teamspirit innerhalb der Gruppe beigetragen, und der wird in den USA sehr geschätzt. Die verschiedenen Sessions wie Life at a Boarding School oder Health & Rules, wurden alle von Ehemaligen mitgehalten. Sie haben uns von ihren Erfahrungen erzählt, und ich glaube das wird mir sehr helfen wenn ich in den USA bin. Es gab auch eine 3 ½-stündige Mathe Session, aber keine Angst, die hat eigentlich allen Spaß gemacht, was ich nie erwartet hätte, aber Mathe kann auch Spaß machen.

Es gäbe noch viel mehr zu erzählen, aber ich möchte hier keinen Roman schreiben. Mir hat das Seminar sehr viel Spaß gemacht, und ich und meine Roommates wollten alle gar nicht mehr weg, ich freue mich jetzt schon darauf sie alle wiederzusehen und vielleicht auch mal als Alumni an einem Seminar teilzunehmen.

Die Reise

Als ich mich am Flughafen Frankfurt von meinen Eltern verabschiedete war auf einmal alle Aufregung wie weggeblasen, ich freute mich einfach nur noch auf das was vor mir lag. Mein Flug nach Boston ging 8 Stunden, in denen ich mir überwiegend Filme ansah. Am Flughafen angekommen musste ich über eine Stunde warten, dass ich einreisen konnte. Dann ging alles schnell, ich holte meinen Koffer, verließ den Flughafen und stieg in einen Bus, der mich in die Nähe der Schule bringen sollte. Dort wurde ich von einem Mitarbeiter der Schule abgeholt. Als ich total müde und schlapp im Dorm ankam, wurde ich von allen sehr nett empfangen.

Die ersten Tage

Ein anderes deutsches Mädchen war bereits in meinem Dorm, sie hatte die Summer School besucht und kannte die Leute hier. An meinem ersten Morgen nahm sie mich mit zum Frühstück und stellte mich ihren Freunden vor. Mein erster Tag frei, also lief ich mit meiner neuen Freundin über den Campus und beobachtete die Leute ankommen. Am nächsten Tag ging dann die Orientation los, Spiele, Shopping und ein Overnight trip standen unter anderem auf dem Programm. Montag war schließlich erster Schultag. Na ja, Probeschultag, die Stunden gingen nur 10 Minuten und es waren auch nur neue Schüler anwesend. Die Dormcouncils standen überall rum und halfen dir wenn du deinen Raum nicht gefunden hast.

Heute war mein erster richtiger Schultag, aber es kommt mir nicht so vor als ob ich erst eine Woche hier wäre, es fühlt sich bereits an als ob das hier mein Zuhause wäre. Ich steh morgens etwas früher auf sodass ich noch mit meinen Freunden in Deutschland schreiben kann, was durch die 6-stündige Zeitverschiebung etwas schwierig ist. Morgens treffe ich mich zum Frühstück mit meinen Freunden, das sind aber nicht nur Deutsche, sondern auch Amerikaner und Asiaten, Mexikaner, alles bunt gemischt. Ich habe sehr schnell sehr viele Freundschaften geschlossen, wenn ich jetzt über den Campus laufe ist es nur noch „Hi, how are you“ und zwei Schritte weiter das nächste „How's your day“. Auch wenn es für mich am Anfang sehr schwer war die anderen zu verstehen, besonders die Amerikaner, fällt es mir jetzt schon viel leichter. Ich verstehe ihre Witze nicht, und weiß nicht immer über was sie reden, aber im großen und Ganzen habe ich mich in der Woche in der ich hier bin schon ziemlich gut eingegliedert. Ich bin im Cheerleading und habe Leute mit denen ich gemeinsam esse. Und es gab auch schon einige Einladungen mit Schwimmen zu gehen oder mit zum Shoppingtrip am Wochenende oder einfach nur mit in die Gym.

Nach dem ersten Semester

Die Hälfte meines Aufenthaltes an einer Boarding School in den USA ist nun vorbei, es ist Winterbreak und ich kann es kaum erwarten zurück an die Schule zu gehen. Ich will gar nicht an das Ende denken. Das erste Semester hat mir unglaublich viel Spaß gemacht, und das zweite wird noch besser werden!

Das erste Semester war voller Highlights wie Homecoming und der Semi-Formal kurz nach der Thanksgiving Break. Homecoming in St. Johnsbury ist etwas ganz besonderes. Die komplette Homecoming Woche wird am Nachmittag die Schule dekoriert und Festwägen gebaut und geschmückt. Jede Jahrgangsstufe sucht sich ein Thema aus, das mit der Schule in der Stadt neben uns zu tun hat. Unsere „Erzfeinde“. Jeder Jahrgang bereitet auch noch einen Sketch vor, der am Freitag in der großen Pep-Chapel vorgeführt wird. Es ist ein Riesenspektakel, am Freitagabend gibt es noch eine große Parade mit allen Cheerleadern vorneweg, den Footballplayern und den Festwägen hinterher. Und alle Bewohner der Stadt kommen und schauen zu. Am Samstag kommt dann die Krönung des ganzen: das Footballspiel gegen die „Erzfeinde“. Man zieht in die Stadt ein, mit Bussen aus denen man laut Schlachtrufe hören kann. Am Abend gibt es dann den großen Victory Dance, er heißt Victory Dance selbst wenn wir verlieren.

Über Thanksgiving sind wir nach Boston gefahren und haben Kleider für den Semi-Formal gekauft. Wir haben uns wie in den typischen amerikanischen Teenager-Filmen gefühlt. Die Ferien sind nur 5 Tage, aber 5 Tage in denen man viel erlebt. Wir hatten ein original Thanksgiving Dinner, in einem Fischrestaurant, was irgendwie ironisch ist, aber das Essen war trotzdem gut. Natürlich ist am Tag danach „Black Friday Shopping“ angesagt. Auch wenn man in manchen Läden reingelegt wird mit den Angeboten. In den meisten Läden gibt es doch richtige Rabatte oder Sonderangebote.

Ich kann es kaum erwarten demnächst wieder zurück zu gehen, ich ziehe mit einer meiner besten Freundinnen zusammen und mein Stundenplan ist einfach perfekt für mich. Ich habe alles was ich brauche, um Zuhause problemlos weiter machen zu können, aber auch Fächer, die mir Spaß machen und auf die ich mich unglaublich freue. Ich bin mittlerweile in meiner Routine und habe meine Freunde gefunden, mit denen ich esse und meine Hausaufgaben mache. Ich liebe meinen Dorm, auch wenn er etwas alt ist und die Badezimmer zu klein sind. Mein Dorm gehört zu den größeren mit 24 Mädchen, aber wir leben in einem richtigen Wohnhaus. Es ist alt und verwinkelt, sodass ich mich am Anfang auch schon mal beinahe verlaufen habe, obwohl es gar nicht sonderlich groß ist. Aber die Mädchen sind einfach unglaublich nett, wir sind die perfekte Mischung und meine Proctor sind auch super.

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