F. Bader (Fountain Valley School: 2006/07)
Hallo, mein Name ist Florian Bader und ich besuchte die Fountain Valley School of Colorado im letzten Jahr.
Am 21. August kam ich dann an der Schule an und wurde erst einmal den Vormittag auf dem Campus herumgeführt. Nachmittags kam ich dann endlich auf mein Zimmer und erkannte schnell an dem Willkommensschild an meiner Zimmertür, dass mein Roommate ein Südkoreaner im gleichen Jahrgang war – Teddy.
Zufälligerweise ist meine Mutter Südkoreanerin und scheuchte mich als kleines Kind jeden Samstag in eine Koreanische Schule in Heidelberg, sodass ich nicht allzu enttäuscht über meinen Roommate war.
Die ersten Abende wurden natürlich mit erzählen verbracht um sich erstmal kennen zu lernen und erstaunlicherweise stellte ich fest, dass Teddy seit seinem zehntem Lebensjahr in den USA lebte und seither auch immer eine amerikanische Schule besuchte. Dementsprechend flüssig war sein Englisch auch. Der erste Eindruck fiel dadurch sehr positiv aus: ein Südkoreaner der die Englische Sprache sehr flüssig beherrscht und sogar sehr nett erscheinte.
Dieser Eindruck wurde leider teilweise in den darauf folgenden Wochen widerlegt:
Ohne Frage war Teddy immer noch ein netter und hilfsbereiter Roommate, jedoch mit ein paar „Macken“, um es ein wenig umgangssprachlig auszudrücken.
Es stellte sich heraus, dass Teddy jeden morgen um 4.30Uhr aufwachte, eine ergiebige Dusche nahm und sich dann die Haare föhnte und stylte und dies leider nicht im Badezimmer, sondern in unserem Zimmer. Die Schule fing erst um 8Uhr an, ich glaube man kann sich vorstellen wie entnervt und müde man als Roommate dann nach ein paar Tagen ist. Weiterhin stellte ich fest, dass Teddy nicht einer der fleißigen Koreaner auf der Schule war, was dann zu wiederum früheres aufstehen seinerseits führte.
Nach ungefähr einer Woche zog ich einen Schlussstrich und erklärte ihm meine Probleme. An einer Boarding School wie der Fountain Valley School (bestimmt auch auf allen anderen) wird nämlich sehr großen Wert darauf gesetzt, dass der Schüler auch genügend Schlaf bekommt. Zweifellos spürt dies jeder Schüler schon nach den ersten zwei Wochen, da die Schule, der Sport und Zeitdruck stark ermüden können. Glücklicherweise zeigte Teddy Einsicht und setzte seine Hygienezeit später an.
Solche Probleme werden bei jedem irgendwann mal auftreten, doch es wichtig diese Probleme offen zu diskutieren und Lösungen zu finden. Gerade dies ist auch ein Lernfaktor an Boarding Schools und man wird immer wieder von Lehrern auf soziales und verantwortliches Verhalten hingewiesen.
Ansonsten war ich nur froh über meinen Roommate, denn er stellte sich doch als große Hilfe da, um meine Koreanisch Kenntnisse zu verbessern und gute Freunde wurden wir trotzdem. Ich kann nur allen Eltern und deren Kinder den Rat geben, dass es nicht unbedingt schlechter ist einen nicht amerikanischen Roommate zu haben. Gerade mit internationalen Roommates ist die Möglichkeit da mehr über die Kultur eines anderen Landes zu erfahren, Erfahrungen auszutauschen, Weltfreundschaften zu schließen und immer noch sein Englisch zu verbessern.