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  NWZ - Neue Württembergische Zeitung  
     
 
BILDUNG / Donzdorfer macht in Kanada Abitur

Jann ist begeistert bei der Lern-Sache

Seit August absolviert der 16-jährige Donzdorfer Jann Haber seine Schulzeit in Kanada. Ein Stipendium machte es möglich, dass der ehrgeizige junge Mann zwei Jahre lang im kanadischen Oakville bei Toronto auf sein Abitur lernen kann, das in Europa anerkannt wird.

URSULA RESCH

DONZDORF:

Die Weihnachtszeit hat der 16-jährige Jann Haber genutzt, zum ersten Mal seit August die Familie, Freunde und Verwandte wiederzusehen. Jann lebt seit dem Sommer in Oakville bei Toronto/Kanada, um dort im Internat während eines zweijährigen Aufenthalts seinen Schulabschluss zu machen.
Möglich machte ihm dies die Schul- und Studienberatung Nottebohm (ssb), die ihm ein Stipendium vermittelt hat.

Die Entscheidung für einen mehrjährigen Auslandsaufenthalt zur Schulausbildung hat Jann bisher auf keinen Fall bereut. Wenn der erst 16-jährige Donzdorfer von "seiner" Schule - dem Appleby College in Oakville - erzählt, sprudeln seine Erlebnisse geradezu aus ihm heraus.
Nachdem er über das Ehepaar Dagmar und Bruno Schiefer die ssb kennen gelernt hatte, war er schnell entschlossen, seinen Weg so zu machen. Bis dahin besuchte er das Rechberg-Gymnasium in Donzdorf, das er dann nach der 10. Klasse und dem Realschul-Abschluss verließ.

Keine Zeit für Heimweh:

Bevor es losging, waren jedoch jede Menge Formalitäten zu erledigen, wie sich Mutter Elke lebhaft erinnert. Da ein solcher Aufenthalt auch sehr teuer ist, waren die Eltern auf ein Stipendium der Schule angewiesen, der stellvertretende Schulleiter traf sich hierzu extra in München mit Jann, um ihn in einem persönlichen Test und Gespräch kennen zu lernen. Mit der Zusage änderte sich das Leben des damals 15-jährigen grundlegend. Seit August ist er weg von Familie, Freunden und der Heimat. Heimweh ist bei seinem täglich zu absolvierenden Programm kaum aufkommen: Zu Beginn ein vierwöchiges Camp in der Fulford Academy, Brockville, wo vor allem die Englisch-Kenntnisse, schulische Fachbegriffe und sonstiges über Besonderheiten des Landes zu lernen waren. Dem folgte der Besuch des 750 Schüler starken College, in dem Jann ein Zimmer mit dem Kanadier Andrew Kendall teilt, mit dem er sich super versteht. Andrews Familie ist zugleich als "Guardian" für Jann zuständig und nimmt ihn bei sich auf, wenn an manchen Wochenenden die Schule schließt oder kleine Ferien sind, in denen er nicht nach Deutschland fliegt. "Die sind super nett", ist der Donzdorfer begeistert.

Alles ist anders

Alles ist dort anders: Angefangen von der Schuluniform mit Hemd, Krawatte, Blazer und grauer Hose, morgendlichem Singen, Lehrern die immer ansprechbar sind, teilweise ebenfalls dort wohnen und nachts aufpassen.
Von 8 bis 16 Uhr wird auf hohem Level gelernt, immer mit eigenem Laptop und mit der neuesten Computertechnik, täglicher Sport ist ein Muss, nach dem Abendessen ist zweistündiges Lernen bei offenen Türen angesagt, von Lehrern überwacht. Das Jahr ist in Trimester unterteilt.

"Die sind schon sehr streng und es wird auch bestraft, wenn es notwendig ist", angefangen vom Fenster putzen bis zur Suspendierung vom Unterricht.
Zudem muss er seine Wäsche selbst waschen. Viele Ausflüge, Kinobesuche und Gemeinschaftsaktionen, die hauptsächlich von den Schülern oranisiert werden, prägen das Schulleben. Für die Daheimgebliebenen war es nicht einfach, wie Mutter Elke auch im Namen von Ehemann Jean-Luc bestätigt.
Nach dem Abitur will Jann vielleicht Ingenieur werden, erzählt der Donzdorfer genauso selbstsicher, wie er seinen Entschluss gefasst hat, ins Ausland zu gehen.

Quelle: http://www.suedwestaktiv.de/region/nwz/aus_den_kreisgemeinden/3325425/
artikel.php?SWAID=35cbdd6e1ca0c6b9d791e0f398e7cc2d

 
 
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