Hallöchen, ich bin Carla, 16 Jahre alt und gerade mit der 10. Klasse fertig. Ich wohne mit meiner Familie in einem kleinen Vorort von Heidelberg und in nur noch 3 Wochen fliege ich nach Vermont, wo ich auf die St. Johnsbury-Academy gehen werde.
Der „Abreisetag“ rückt immer näher und ich bin schon total im Stress! Ich muss mich von allen Leuten verabschieden, mit jedem noch mal etwas unternehmen, ca. jeden dritten Tag in die Stadt rennen um hier und da noch eine Kleinigkeit zu erledigen und vor allem- shoppen.
In den letzten zwei Wochen wurde ich fast komplett neu eingekleidet, weil ich fast nichts in meinem Schrank gefunden hatte, was den Kleidervorschriften an der St. Johnsbury-Academy entspricht. Also musste ich nach Blusen, angemessenen Schuhen, rein funktionellen Gürteln und Hosen –die weder aufgesetzte Taschen oder Schlaufen besitzen noch Jeans sind- Ausschau halten.
Wenn ich mich jetzt in „Business Type im Spiegel betrachte, fühle ich mich ganz und gar nicht wohl, finde es aber auch interessant in den USA einmal nicht die Carla zu sein, die ich hier bin.

Ich weiß nicht mehr genau wie ich auf die Idee kam so lange ins Ausland zu gehen, aber bis zum Vorbereitungsseminar in Weinheim war ich doch immer noch ein wenig skeptisch…
Das Seminar hat mir sehr viel gebracht- ich fühle mich viel sicherer, da ich eine kleine Ahnung von dem, was auf mich zukommt, gewonnen habe.
Natürlich frage ich mich manchmal, ob es die richtige Entscheidung war und ich bin traurig meine Familie und meine Freunde ganze 10 Monate lang nicht zu sehen, doch ich freu mich auch schon riesig die Möglichkeit zu haben im Winter jeden Tag Ski zu fahren und nächstes Jahr Englisch sprechend mit vielen neuen Freunden und Erfahrungen zurückzukehren.
In den nächsten 3 Wochen werde ich wahrscheinlich jeden Tag jemand anders treffen und verabschieden, noch häufige Kurzausflüge in Drogeriemärkte und die Stadt zurücklegen und einfach nur erleichtert sein, wenn ich in St. Johnsbury angekommen bin und ins Bett fallen kann.