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ERFAHRUNGSBERICHT
Anna Schwendtner
Bericht 1 von 4
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Hallo ich bin die Anna und komme aus München. Ich bin jetzt gerade mit der 10. Klasse am Gymnasium fertig und gehe jetzt dann am 20. August für ein Jahr nach Vermont, USA in eine Boardingschool, St.Johnsbury. Zu mir selber kann ich vielleicht noch sagen, dass ich mich gerne mit allem beschäftige, was mit Kunst oder Design zu tun hat, also etwas Kreatives, wo man sich so richtig ausleben kann. Außerdem ist Musik sehr wichtig für mich, ein Leben ohne Musik wäre einfach undenkbar, denke ich, und natürlich tanzen und lesen, aber dazu bin ich in letzter Zeit einfach gar nicht mehr gekommen, weil dann in der letzten Zeit noch so viel auf mich zugekommen ist, was ich niemals geahnt oder etwa geplant hätte. So kommt es mir zum Beispiel so vor, als ob ich jetzt in der Zeit vor meiner Abreise mein Leben in doppeltem Tempo führe, fast so, als wolle ich alles noch irgendwie mitnehmen und ja nichts verpassen! Allerdings wurde es in letzter Zeit fast ein wenig zu viel, weil sich noch am Ende so viele Leute gemeldet haben, die mich vor meiner Abreise noch mal kurz sehen wollen, ganz so, als würde ich gar nicht mehr kommen, also ist der Terminkalender schon ordentlich gefüllt. Eigentlich habe ich mich auf 3 ruhige Ferienwochen eingestellt, in denen ich in Ruhe alles vorbereiten kann, aber da habe ich mich wohl kräftig getäuscht. Das kann ich nur allen raten, denen es mal so ergehen wird wie mir, bloß nicht zu viel planen, denn im letzten Moment muss man dann noch tausend kleine Dinge erledigen, die sich aber auch läppern…
Aber langsam stehe ich vor einem wirklich großen Problem und zwar wird´s langsam ernst und ich muss überlegen, was ich alles einpacken muss… bisher habe ich das noch erfolgreich verdrängt, stehe aber trotzdem stundenlang vor meinem Schrank um nach anstrengenden Minuten festzustellen, dass ich dieses Problem JETZT gerade einfach nicht lösen kann und das dann wohl gezwungenermaßen auf ein andermal verschieben muss. So geht es mir leider seit Wochen und ich seh´s schon kommen: einen Tag vor der Abreise muss ich dann noch mal panisch in die Stadt fahren, um irgendwelche Dinge zu besorgen, die mir natürlich erst im letzten Moment eingefallen sind und die ich dann in irgendeiner Weise herzaubern muss. |
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Aber es ist schon komisch sich vorzustellen bald nicht mehr in der für mich gewohnten Umgebung zu leben. Allerdings habe ich das Gefühl, dass dieser Gedanke auch nicht so wirklich in mir angekommen ist oder sich gefestigt hat. Das werde ich wohl erst so richtig am eigenen Körper erfahren, wenn ich dort ankomme und alles so neu und fremd ist. Von Leuten, die ich vom Sehen her so kenne, habe ich mich am letzten Schultag schon verabschiedet aber es hat mich nicht so innerlich getroffen und irgendwann wird es schon fast zum Ritual seine Platte abzuspulen: “Ich gehe jetzt für ein Jahr nach Vermont, Amerika“ und weil keiner weiß, wo das liegt, füge ich meistens noch hinzu „an der Ostküste ,an der Kandischen Grenze und wenn das nicht hinhaut :“339 MEILEN VON NEW YORK ENTFERNT!!!“. Ok, spätestens dann kann sich auch der Letzte ein Bild machen, wo ich ungefähr hinkomme. Ich denke, wenn ich mich dann von den Menschen, die mir am wichtigsten sind, verabschieden muss, beginne ich vielleicht zu merken, was es heißt, für ein Jahr fort zu sein und deswegen versuche ich auch so viel es geht mit meiner Familie und meinen Freunden zu verbringen, so lange es noch geht. Oft mache ich mir Gedanken darüber, wie es wohl sein wird, wenn ich zurückkomme, denn ich habe schon oft gehört, dass man sich sehr verändert, auch durch die Tatsache, einfach ganz auf sich allein gestellt zu sein. Oder man hat manchen Dingen gegenüber eine ganz andere Haltung als zuvor. Aber darauf freue ich mich schon sehr und will die Dinge einfach offen auf mich zukommen lassen. Das ist auch etwas, mit dem ich mich jetzt in der Vorbereitung sehr viel beschäftigt habe, schon alleine auf dem Vorbereitungstreffen in Weinheim haben wir viel davon gesprochen. Und ich denke, die erste Veränderungsstufe ist bei uns allen schon etwas eingetroffen, denn sich für so etwas Großes zu entscheiden, ist auch schon mal eine Sache für sich. Und es ist uns auch klar geworden, dass es sehr wichtig ist einfach offen zu sein und nicht von Vorurteilen beeinflusst zu handeln. Das war wirklich ein schönes Erlebnis in der ganzen Gruppe, weil wir wie eine kleine Gemeinschaft waren, mit Leuten ,die das Gleiche machen werden wie man selbst. Das fand ich sehr positiv, so viele nette Leute, die etwas auf die Beine stellen wollen, zu treffen.
Genau weiß ich es eigentlich gar nicht mehr, wie ich auf die Idee gekommen bin, so ein Jahr in den USA zu verbringen. Aber ich habe schon einige Schulaustausche gemacht, die mir immer sehr viel Spaß gemacht haben und ich immer fasziniert war, etwas Neues zu entdecken und zu erleben. Mein Vater hat mir dann einmal den Vorschlag gemacht und am Anfang musste ich mich erst einmal an den Gedanken gewöhnen, ein Jahr lang von allem Vertrauten getrennt zu sein, aber je länger ich mich mit dem Thema beschäftigt habe, um so mehr Lust bekam ich und jetzt freue ich mich einfach nur noch, diese neue große Erfahrung machen zu können!!
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