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G8 und das Auslandsjahr
Viele Schüler nutzen die Möglichkeit, während der Schulzeit ein oder mehrere Jahre an einer Schule im Ausland zu verbringen. Ein solcher Aufenthalt ist dann als Chance zu betrachten, wenn in akademischen Fächern das Leistungsvermögen des Schülers erhöht und sein Sprachvermögen in der fremden Sprache erheblich erweitert wird. Darüber hinaus kann die Gesamtpersönlichkeit des Schülers durch die dort erfahrene Selbstständigkeit und Internationalität Vertiefung und Prägung erfahren. Wie im neunjährigen Bildungsgang (G9) ist ein solcher Aufenthalt selbstverständlich auch im achtjährigen Bildungsgang (G8) möglich. Um jedoch im G8 dem Auslandsjahr zum Erfolg zu verhelfen, kommt es, mehr als dies bei einer verlängerten Schulzeit noch der Fall war, auf eine rechtzeitige und intensive Planung an.
Für einen Aufenthalt bieten sich unter schulzeitlicher Sicht folgende Alternativen an:
- Ist für den Schüler ein einjähriger Aufenthalt geplant, hat dieser in der 10. Klasse zu erfolgen. Die 11. und 12. Klasse wird der Schüler an seiner deutschen Schule absolvieren, um danach das Abitur abzulegen.
- Ist für den Schüler ein Abschluss in Nordamerika geplant, der international anerkannt ist und auch zu einem Studium in Deutschland berechtigen soll, so wechselt er in der 11. Klasse oder früher an eine nordamerikanische Boarding School und erreicht den Abschluss nach einem 2- oder mehrjährigen Aufenthalt.
- Ist für den Schüler der Auslandsaufenthalt für die 11. Klasse geplant und soll dieser nur ein Jahr dauern, so würde dies bedeuten, dass der Schüler sprachlich und in seiner Persönlichkeit gestärkt, nach Rückkehr in die 2-jährige deutsche Oberstufe einsteigt.
ssb Nottebohm vermittelt Schüler an Boarding Schools (private Internatsschulen) in den USA und Kanada. Bedenken gegen einen Aufenthalt an Schulen dieses Typus seitens deutscher Schulen beruhen meist auf fehlender Information oder Verwechslung mit den häufig leistungsschwächeren „public high schools“. Es wird verkannt, dass es die hohen akademischen Ansprüche dieser nordamerikanischen Boarding Schools und deren Breite des Fächerkanons sind, die es ermöglichen, dass einem deutschen Schüler der Lehrstoff in gleicher Qualität wie an einem deutschen Gymnasium vermittelt wird. Kleine Klassen, ein nahes Verhältnis zwischen Schüler und Lehrer, welche auch nachmittags und gegebenenfalls abends zur Verfügung stehen, das selbstverständliche Angebot von „extra help“ oder „tutoring“ sowie festgelegte Arbeitszeiten („study hall“) erklären nur zum Teil das besondere Leistungsvermögen der Boarding Schools. Der Schüler wird in seiner
Gesamtpersönlichkeit angesprochen und gefördert. Das Lernen ist eine Selbstverständlichkeit, weil die Mitschüler genauso gefordert sind. Das Engagement in der Schule und für die Schulallgemeinheit weckt das Gefühl von Zugehörigkeit. Die sportlichen und außerakademischen Angebote sind außerordentlich und tragen dazu bei, bei dem Schüler mittels Leistungsbereitschaft und Leistungswillen das Ziel von Wissensvermittlung und Persönlichkeitsentwicklung zu erreichen.
Der Aufenthalt an einer Boarding School muss im Einzelnen im Vorfeld geplant werden. Entscheidend kommt es auf die Auswahl der richtigen Schule an, die dem Leistungsprofil und der Persönlichkeit des Schülers am besten entspricht. Weiter ist die richtige Fächerwahl ausschlaggebend. Bleibt der Schüler ein Jahr, so muss bei der Fächerplatzierung verstärkt das „Curriculum“ des Schuljahrs berücksichtigt werden, welches in Deutschland versäumt wird. Soll der Schüler den Abschluss absolvieren, so ist darauf zu achten, ob und inwieweit dieser international zum Studium in Europa, speziell in Deutschland, berechtigt. Hier sollte nichts dem Zufall überlassen bleiben. Deshalb gehört zur Planung nicht nur die Vorbereitungsphase sondern auch, dass während des Aufenthalts beratende Unterstützung und Hilfe vorhanden ist.
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