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ERFAHRUNGSBERICHT

Niels Remberg (Dezember 2009)
Bericht 2 von 2

…Allmählich wird es immer früher dunkel und wir nähern uns der Weihnachtszeit. Erst jetzt sieht man, wie schnell die Zeit vergeht. Der erste Tag erscheint mir, als wäre er erst vor Kurzem gewesen. Als ich aus dem Flugzeug in Lynchburg stieg, wurde ich als erstes von unserer für die internationalen Schüler zuständige Mrs. Burruss mit einem Schulbus abgeholt. Dabei gefiel mir sofort der wie aus Filmen aussehende Schulbus, mit dem ich noch oft zu Fußballspielen oder anderen Trips reisen würde. Angekommen im Campus, hat Mrs. Burrus mir mein Zimmer gezeigt, wo ich mich müde nach einem 20 Std. Trip ins Bett gelegt habe. Nach einer halbwöchigen Einführungsphase fing auch schon der Unterricht an. Hierbei unterscheidet sich das Schulsystem von Deutschland gewaltig, so habe ich jeden Tag dieselben Fächer, wobei jeder Tag ein wenig anders aussieht, da die Fächer rotieren. FußballtrainingAußerdem sieht das amerikanische Schulsystem nach dem akademischen Part den athletischen Part vor, sodass man nach der Schule, die gewöhnlich um 3 Uhr endet, seinen zweistündigen Sport hat. Dieses Schulsystem gefällt mir sehr gut, da ich für meinen ersten Term Fußball gewählt hatte, und ich somit jeden Tag zwei Stunden lang mit Klassenkameraden kicken konnte. Hier konnte ich schon schnell Freundschaften knüpfen, da wir dieselben Interessen verfolgten. Also ist es sehr ratsam, im ersten Term einen Mannschaftssport zu machen, da man 2 Std mit anderen Kameraden zusammenhängt. Am Anfang fielen mir die ganzen Hausaufgaben schwer, da besonders Leseaufgaben längere Zeit beanspruchte. Doch schon nach kurzer Zeit habe ich mich daran gewöhnt, und es fällt um einiges leichter diese Aufgaben zu absolvieren. Außerdem ist es ein Vorteil, wenn man mal etwas nicht ganz genau verstanden hat, einfach mal beim Lehrer nachzufragen, da dieser dir dann freundlich mal Zeit für eine Review-Stunde gibt und es dir erklärt. Zusätzlich hatte die Schule für alle neuen internationalen Schüler für das erste Trimester einen speziellen Unterricht (American Culture) vorgesehen, in dem wir mehr über Amerika und dessen Traditionen usw., erfahren haben. Nach 2 Monaten hatten wir dann ein längeres Wochenende schulfrei, das alle internationalen Schüler in Washington mit Mr. & Mrs. Burruss und Mr. & Mrs. Csatlos verbracht haben. Hier endete auch schon die erste „Markingperiode“, wobei ich von nun an mit dem entsprechenden Notendurchschnitt meine Hausaufgaben in meinem Zimmer auf dem Dorm erledigen konnte. Davor musste ich meine Hausaufgaben in der sogenannten „Study Hall“ machen, welches ein großer Raum, wie die Bibliothek, ist, wo alle Schüler ihre Hausaufgaben leise für 2Std von 7:30 bis 9:30 absolvieren sollen. Des Weiteren legt die Schule ein weiteres Augenmerk auf die Einhaltung des Student Handbooks, sodass man beim Brechen von Regeln „Demerits“ (Strafpunkte) erhalten kann. Dabei kann man für spätes Erscheinen, oder von Versäumen von Unterrichtsfächern Demerits erhalten. Ein weiterer Punkt, der anders zu den meisten deutschen Schulen ist, dass man hier einen „School Dress“ hat. Jungen müssen mit Jackett, Hemd, Krawatte und einer Stoffhose zur Schule gehen, dagegen haben die Mädchen einen nicht so strengen „School Dress“. Doch man gewöhnt sich schnell an den „School Dress“ und so streng, wie es sich anhört, ist es dann auch nicht. Die einzigen Punkte, die mich vielleicht ein wenig stören, sind, dass der Campus nicht allzu groß ist, wie auch dass das Essen nicht das Beste ist. Aber von den zwei kleinen Kritiken abgesehen, übertreffen mich meine Erwartungen bei Weitem, sodass es für mich eine richtige Entscheidung war, nach Amerika zu kommen und hier eine neue Kultur kennenzulernen.

Schüler sitzen auf einer kleinen Mauer

Dabei waren definitive Highlights für mich bisher der Fußball und die Thanksgiving Ferien. Beim Fußball konnte ich mich schon schnell in das Team integrieren und wurde schnell als talentierter Fußballspieler geachtet. Hier war vor allem die Ernennung zum ersten All-Star Team in unsere Conference, wie auch mit meinen 21 Tore in der ewigen Liste 2. der Schule als auch mit 17 Vorlagen einen neuen Rekord für die Schule in der Chapel, vor allen anderen Schülern ein großes Highlight. Die Frage von euch wird jetzt wohl sein, was es mit der Chapel auf sich hat. Die Chapel ist der Versammlungspunkt für jeden Schüler nach der ersten Stunde bzw. freitags nach der dritten Stunde. Hier finden die für den kommenden Tag „Announcements“ statt, sodass jeder Schüler Bescheid weiß, wie zum Beispiel, ob sie einen besonderen Ort für ihren Sport haben. Außerdem findet mittwochs immer ein einstündiger Gottesdienst in der Chapel statt. Thanksgiving TischZu meinem anderen Highlight den Thanksgiving Ferien zurückkommend, war es wirklich interessant und schön Thanksgiving in einer amerikanischen Familie nach traditioneller Art zu verbringen. In den Ferien bin ich mit drei weiteren internationalen Schülern zu einer Familie gefahren, die uns freundlich angeboten hatte, diese Ferien mit ihnen zu verbringen. Die Familie hat uns weitere Einblicke in das amerikanische Leben gegeben. Hier haben wir Zeit am Strand verbracht, wie auch ein paar Museen gesehen. Zum eigentlichen Thanksgiving Day sind wir nach Maryland gefahren, um mit den Großeltern Thanksgiving zu feiern, da es ein traditionelles Familienfest ist. Die Besonderheiten von Thanksgiving sind, dass besonders geschmückt wird und alles festlich eingerichtet wird. Zum Essen gibt es Turkey und es werden die jeweils älteste Frau wie auch der älteste Mann als „Host“ erklärt, der den anderen am Tisch sitzenden das Essen reichen soll. Außerdem werden hier jeweils die Tische nach dem Alter sortiert, sodass die Ältesten an einem Tisch sitzen, und an den anderen die Jüngeren. Thanksgiving hat mir wirklich sehr gut gefallen und ich freue mich schon auf Weihnachten…

 
 
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