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ERFAHRUNGSBERICHT
Johannes Thoenes (Februar 2010)
Bericht 2 von 2
…as time goes bye…mittlerweile bin ich schon über 5 Monate in der Kiski School in Saltsburg (Pennsylvania) und ich habe mich – das wurde mir von verschiedenen Seiten bestätigt - gut eingelebt.
Ich kann jetzt schon sagen, es war die absolut richtige Entscheidung. Ich fühle mich sehr wohl an dieser Schule, da hat Herr Schiefer von SSB für mich „den Nagel auf den Kopf getroffen“. Zwischendurch spüre ich sogar immer wieder den Wunsch, ein weiteres Jahr dranzuhängen, aber das bleibt wohl nur ein unerfüllbarer Traum…
Das Einleben in den Schulalltag wurde mir durch die Teilnahme an dem „Preseason“-Sportprogramm sehr erleichtert. Beim Training und in den einzelnen Mannschaften lernte ich die Mitschüler und vor allem ihre Namen schnell kennen, das vereinfachte mir auch den täglichen Umgang in der Schulklasse. Mittlerweile macht es mir sogar nichts mehr aus, morgens um 6 Uhr aufzustehen und eine Dreiviertelstunde zu Joggen. Alle, die mich aus Deutschland kennen, werden das kaum glauben, es ist aber wahr ! Nach dem gemeinsamen Frühstück geht es dann pünktlich (!) zum Unterricht. Natürlich in Anzug, Hemd und Krawatte, wie es der „dress-code“ vorschreibt. In den ersten zwei Wochen war das ziemlich gewöhnungsbedürftig (einmal habe ich anfangs eine Rüge erhalten, weil ich ein gestreiftes Hemd getragen habe !), aber nach wenigen Tagen beherrschte ich sogar das morgendliche Krawattebinden im Halbschlaf. Momentan kann ich mir Unterricht „in normalen Klamotten“ gar nicht mehr vorstellen.
Apropos Unterricht: Bei maximal 10 bis 12 Schülern pro Klasse ist das Lernen natürlich viel intensiver und effektiver. Die Lehrer sind unglaublich motiviert und lassen nicht locker, bis es auch der Letzte kapiert hat. Das habe ich in Deutschland nicht so erlebt…
Inzwischen habe ich Lerntechniken drauf, die mir beim weiteren Arbeiten bestimmt sehr nützlich sein werden. Der tägliche Unterrichtsplan sieht hier anders aus als in „good old Germany“: die Fächer rotieren nach einem festen Rhythmus (z. B. Montag: ABCDEF; Dienstag: GABCDE; Mittwoch: FGABCD…) im Laufe der Woche. Unterrichtsende ist 14:45 Uhr, dann Sport bis 17:00 und manchmal auch bis 18:00, jenach Training. Nach dem Abendessen ist zwischen 19:30 und 21:30 „Study-Hall“, werden die Hausaufgaben gemacht. Anschließend bleibt vom Tag nicht mehr viel übrig. An den Wochenenden läuft jede Menge Sportprogramm, dadurch haben wir auch viel Kontakt mit anderen Schulen.
Die Fußballspiele von BAYER 04 versuche ich – wenn`s mit der Zeitverschiebung passt – per Internet zu sehen. Manchmal schauen ein paar Klassenkameraden mit, das ist dann um so lustiger, vor allem wenn Bayer gewinnt !
In unserer Schule ist mit Moritz St. übrigens noch ein weiterer deutscher Schüler. Anfangs haben wir uns untereinander natürlich auch Deutsch unterhalten, aber jetzt sprechen wir meist Englisch, vor allem aus Höflichkeit den Mitschülern gegenüber.
Mein Hobby „Fotografie“ kommt auch nicht zu kurz. Ich arbeite im Team für die Erstellung des Yearbook und darf deshalb auch bei verschiedenen offiziellen Veranstaltungen fotografieren. Das Thema „alte Menschen“, an dem ich kurz vor meiner Abreise in Deutschland intensiv gearbeitet habe (siehe Bericht 1), liegt momentan „etwas auf Eis“. Ich hoffe, dass ich bei allen anderen Aktivitäten noch dazu komme –vergessen habe ich es jedenfalls nicht.
Ich spiele z.B. Schlagzeug im Kiski School Orchestra und da wird 4 bis 5 Mal pro Woche geprobt. Ihr seht schon, Langeweile kommt hier nicht auf…
Besondere Highlights der letzten fünf Schul-Monate waren die Tanzveranstaltungen mit anderen (Mädchen-)Schulen. Das ist für jeden von uns natürlich eine besondere „Herausforderung“…
Im Laufe meines Aufenthaltes hatte ich bisher mehrmals Gelegenheit, bei einer Familie eines meiner Klassenkameraden zu verbringen. Thanksgiving verbrachte ich bei meinem „roommate“ Jud in Michigan und die Weihnachtsferien war ich bei Robert, dessen Eltern gute Erinnerungen an ihre Militärzeit in Schweinfurt haben und nun in Maryland leben. Bei beiden Familien habe ich mich sehr wohl gefühlt.
Vor Weihnachten hatte ich übrigens auch Besuch von Frau Nottebohm. Sie hat sich nach dem Stand meiner schulischen Leistungen erkundigt.
Inzwischen hat hier der Schulalltag wieder begonnen. Ich bin gespannt, wovon ich beim nächsten Mal berichten kann…
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