ssb-nottebohm header
Junge und Mädchen
 

 

 

   englische Flagge Englisch

 

     
 

ERFAHRUNGSBERICHT

Heidi May (Juli 2010)
Bericht 4 von 4

Das Jahr ist nun fast vorbei und in einer Woche heißt es schon „Goodbye Canada, hello Germany!“. Wenn ich daran denke, dass ich vor 9 Monaten hierhergekommen bin, kann ich mir gar nicht erklären wie schnell die Zeit vergangen ist und dass ich wieder in mein altes Leben zurückkehren werde, fast so als wäre nichts gewesen. Natürlich freue ich mich wahnsinnig auf zu Hause, mein Zimmer, meine Freunde, meine Familie, ALLES, sonst hätte ich mich ja nicht dazu entschieden dann doch nach einem Jahr nicht mein IB zu vervollständigen sondern an meine alte Schule in Deutschland zurück zu kommen um mein Abitur zu machen. Ab und zu fragt man sich natürlich schon, wie es sein würde wenn man einfach noch ein Jahr länger machen würde und dann nach 12 statt nach 13 Jahren mit der Schule fertig zu sein, aber ich glaube immer noch, dass ich für mich die richtige Entscheidung getroffen habe. Ich habe einfach das Gefühl, dass ich, obwohl ich mich sehr wohl fühle hier in Branksome und es eine super Schule ist, noch mal für zwei Jahre nach Hause gehöre. Außerdem heißt es ja, man soll aufhören wenn’s am schönsten ist, und diese letzten Wochen oder sogar Monaten waren echt die tollsten des ganzen Jahres. Man vertieft seine Freundschaften nicht nur mit den Mädels, mit denen man zusammen lebt, die fast sogar schon zu Schwestern geworden sind, sondern auch mit den Daygirls. Dazu habe ich in den letzten paar Monaten viel erlebt: von dem Oster-Wochenende bei einer kanadischen Familie, über Filmabende mit Freunden, Shoppingtouren, lange Gespräche bis tief in die Nacht in anderer Leute Zimmern, Wasserschlachten, Showerparties, einem verlängerten Wochenende in einem kanadischen Cottage am See mit Fahrrad- und Kanufahren, Tennis, Lagerfeuer, Wasserski, Wakeboarding und natürlich jede Menge Essen, School-Dances und Cupcake-Parties. Auch habe ich immense Fortschritte mit der englischen Sprache gerade in diesen letzten paar Monaten noch erfahren: das Englischsprechen kommt inzwischen wie von selbst und ganz selten mal sucht man noch nach einer Vokabel, aber es fühlt sich schon fast an wie die eigenen Sprache.

Schülerinnen sitzen auf einem Bootssteg Schülerinnen im Restaurant
Schüler beim Ski fahren Schülerinnen auf einem Motorboot

Jetzt stecke ich gerade mitten in den Examen. Für diejenigen, die das alles noch vor sich haben: Examen sind wirklich nur halb so schlimm wie man erwartet; natürlich muss man lernen, aber wenn man sich die Zeit richtig einteilt ist das alles kein Problem. Deutsch, Mathe und Englisch habe ich jetzt schon hinter mir und Geschichte, Chemie und Französisch stehen noch an. Zu den Examen kommen jetzt auch so langsam Abreisevorbereitungen dazu. Wenn ich daran denke, dass ich in 8 Tagen schon nach Hause fliege, werde ich echt ziemlich traurig. Man gewöhnt sich so sehr an die Umgebung, dass man sich gar nicht vorstellen kann, wieder wo anders zu leben. Aber das war genauso bevor ich hierhergekommen bin und das Einleben kam einfach ganz von selbst.
Wenn ich so auf das Jahr zurückblicke war es natürlich nicht immer einfach; viel Schulstress, neue Umgebung und neue Leute an die man sich anpassen muss und viele Regeln, aber es ist eine super Erfahrung die sich auf jeden Fall lohnt. Ich habe das Gefühl, dass so ein Jahr einen schon irgendwie verändert: nicht nur das Englisch wird besser, sondern man wird auch selbstständiger und, so bescheuert es sich auch anhört, erwachsener; man lernt einfach in dem ganzen Jahr unglaublich viel, was einem in der Zukunft von Nutzen sein wird (unter anderem auch Wäsche waschen und Betten beziehen ;-)).
Also, für diejenigen, die das alles noch vor sich haben: Freut euch drauf! Es ist anders, als man es gewohnt ist und manchmal schwierig, aber es ist ne super Sache, von der man unglaublich profitiert!

 
 
Übersicht
  |  Bericht 1
| Bericht 2 | Bericht 3 | Bericht 4