Hello there
Dies ist nun mein letzter Bericht aus der Webb School.
Die letzten Wochen der Schule waren noch mal schulisch anstrengend. Die „Finals“ standen vor der Tür und dafür musste noch einmal gepaukt werden. Das war allerdings nicht das Schlimmste zu diesem Zeitpunkt. Noch schlimmer war das Bewusstwerden des kommenden Abschieds. Die sehr schönen, aufregenden 9 Monate im „Volunteers’ State“ waren schon wie im Fluge vergangen. An Abschied von neuen Freunden, netten und bemühten Lehrern, dem wunderschönen Land und dem amerikanischen Lebensgefühl zu denken, war sehr schwierig.
Am letzten Schultag, an dem noch „Finals“ geschrieben wurden, war dann der Moment des Abschieds gekommen. Mit dem Bestehen von Facebook und Skype wird der Abschied dann aber auch leichter gemacht, weil man sich gegenseitig versichert, in Kontakt zu bleiben. Auf dem Flughafen nach Kalifornien, wo ich mit meiner Mutter noch einen sehr schönen Amerika-Erlebnis-Urlaub verbrachte, wurde die Stimmung dann noch einmal sehr getrübt. Noch schlimmer wurde es allerdings nach dem wunderbaren Urlaub in Kalifornien, einen Bundesstaat, in den ich auf jeden Fall zurückkehren werde. Das Land und die Atmosphäre zu verlassen, lässt die Freunde und das Erlebnis noch mehr in die Entfernung rücken. Ein zweiter Abschied, der auch schwer fällt.
Zurück zu Hause fängt die eigene Reflexion über das Erlebnis Amerika an. Der Wunsch, auf ein amerikanisches College zu gehen ist sehr stark. Die Idee einer privaten Schule mit viel mehr finanziellen Mitteln als an deutschen Hochschulen und die entstandene Zuneigung zu den Vereinigten Staaten sind eine große Motivation.
Auch kommt natürlich die Frage auf, was ich denn jetzt nun mitgenommen habe, aus den USA. Warum ein Jahr lang eine Privatschule bezahlen? Warum ein Jahr in Deutschland verpassen? Warum nicht erst nach der Schule ein Jahr im Ausland in Betracht ziehen? Die Antwort dafür ist, denke ich für jeden, der ein Jahr irgendwo im Ausland verbracht hat anders. Auch wenn es im gleichen Land war. Daher schreibe ich lieber, die Faktoren, die, wie ich finde, für jeden eine Rolle spielen:
Zuerst einmal ist natürlich die Frage des Gewinnes wichtig. Was kann ich mitnehmen? Ich denke, dass für die meisten Schüler, die ins Ausland gehen, die auch ein Ziel und einen Willen haben, dort etwas zu erleben, sich vielleicht dort zu verändern, wird das Jahr besonders viel Spaß machen. Spaß, den man wahrscheinlich im gewohnten zu Hause mit Mama und Papa, in der miefigen Schule mit überforderten Lehrern und einfach generell mit dem deutschen Alltag, nicht in diesem Maße hätte. Wenn man erst einmal ein Jahr auf sich gestellt ist, wenn man gewillt ist, von zu Hause wegzugehen, um eine andere Kultur, einen anderen Lebensstil und viele neue, nette Menschen kennen zu lernen, dann ist dem Erfolg und dem Spaß nicht mehr viel im Wege. Jeden Tag entdeckt man Neues, was man so von zu Hause nicht kennt. Gutes wie Schlechtes. Wobei man zuletzt das Gute für sich behalten kann und wenn man wieder zu Hause ist, dann das was hier besser ist erst richtig zu schätzen lernt.
Das fängt mit dem Essen an und geht bis zur Politik in jeden Bereich.
Für Amerika muss man aber, wie schon erwähnt auch besonders viel Willen und Motivation mitbringen. Die kam bei mir einfach bei der Aussicht darauf, die Schule und das Gewohnte zu verlassen und nette Menschen kennen zu lernen, schon auf. Die privaten Schulen sind zwar anspruchsvoller, aber es wird im Gegenzug auch Wohlwollen und eine entspannte Atmosphäre entgegengebracht. An Amerikanischen Schulen wird beispielsweise, aus meiner Sicht, die einzelne Positivleistung viel mehr gelobt, als bei uns. Ob es sich nun um schulische Stärken, sportliche Aktivität und sportlicher Erfolg, oder um eigenes Engagement handelt. Alles wird gefördert und alles wird mit Bewunderung gelobt. Auszeichnungen zu verteilen ist auch sehr amerikanisch. Am Ende des Jahres werden die Besten aus Sportmannschaften und Kursen geehrt. Aber nicht nur der elitäre Gedanke des Besten und schnellsten spielt eine Rolle. Auch individueller Erfolg wird belohnt. Der „most improved player“ erhält eine Auszeichnung, genau wie der „Coach’s pick“ (derjenige, der dem Coach durch Engagement und Kampfgeist aufgefallen ist) oder der „Best player“ (der die meisten Tore geschossen/ Spiele gewonnen/Körbe geworfen etc. hat).
Am Ende des Jahres sieht man dann auf ein Jahr zurück, in dem Schule auch Kooperation zwischen Lehrern und Schülern bedeuten kann. Man nimmt die Motivation, die man unter Umständen dort hatte vielleicht mit nach Deutschland und weiß nun, sich ein Ziel zu setzen und dafür zu kämpfen oder zu arbeiten.
Letzten Endes, denke ich, dass es vor allem die Erlebnisse auf persönlicher Ebene sind, die Amerika eine Reise wert machen. Das muss dann aber jeder selbst erleben. Ich hoffe, dass ich mit diesem Text ein bisschen zu einer Entscheidung beigetragen habe. Vielleicht habe ich das ja auch nicht. Hier jedenfalls die Gründe an eine Privatschule in den USA zu gehen:
Super nette Leute und viele Freunde
Motivierte Lehrer
Nette Atmosphäre
Abenteuer
Man ist immer mit Leuten im gleichen Alter umgeben, es wohnen immer genug Leute dafür auf dem Campus
Englisch lernen
Etc.
Ein wichtiger Grund, auf keinen Fall auf eine Privatschule in die USA zu gehen ist, wenn du das Gefühl hast, du machst das, weil deine Eltern dich da hereingeredet haben und du aber eigentlich null Bock hast.
Ich hoffe nun, dass ich euch bei der Entscheidung geholfen habe. Alles Gute, Have Fun!
Paul