Jetzt geht’s also wirklich bald los!!!
Ich bin mir immer noch nicht ganz sicher, ob ich das alles schon realisiert habe, aber jetzt fliege ich in die USA!!!
Ich, Sophia Buggisch, 15 Jahre alt, werde dort in Washington ankommen und erst mal mit meiner Mutter, die mit mir rüber fliegt, ein bisschen Sightseeing machen und bei Abercrombie, ... shoppen gehen. Da kann ich dann alles einkaufen, woran ich hier zu Hause nicht gedacht habe. Das ist sowieso das Schwierigste an dem Unternehmen Auslandsaufenthalt, die tausend verschiedenen Dinge zu berücksichtigen, die vor dem Abflug zu erledigen sind. Ohne die Organisation, Planung und Vorbereitung von ssb wäre das nicht zu schaffen gewesen. ssb hat den nötigen Überblick (denn sie machen das ja nicht zum ersten Mal), und sie wissen was wirklich wichtig ist. Besonders die Listen für die Visumsbeantragung, auf denen haarklein erklärt wird welches der vielen Formulare wie, wo und wann beantragt, unterschrieben, ausgedruckt oder überwiesen werden muss. So klappte bei mir, im Gegensatz zu einigen anderen Mitbewerbern in der Botschaft, der Termin fürs Visum reibungslos und auch die Wartezeit hielt sich mit 2 ½ Stunden (!) im erträglichen Bereich.
Angefangen hatte eigentlich alles mit dem Auslandsaufenthalt einer guten Freundin unserer Familie, die auch mit ssb auf eine Boarding School in die USA ging. Sie erzählte Frau Nottebohm von meinem Wunsch auch ins Ausland zu gehen und so meldete sie sich schließlich bei uns und kurze Zeit später flatterten die ersten Prospekte von ssb in meinen Briefkasten. Dann musste ich eine englische Bewerbung für ssb über meine Person, meine Interessen und meine Ziele und Gründe fürs Ausland schreiben.
Der nächste Schritt war ein persönliches Gespräch mit Frau Nottebohm. Ich war zwar ziemlich aufgeregt, aber nach diesem Gespräch verstärkte sich mein Wunsch unbedingt ins Ausland zu gehen nur noch, ich wurde alle meine Fragen los, und ich konnte mir zum ersten Mal richtig konkret vorstellen, wie das für mich aussehen würde. Für mich war das Thema Auslandsaufenthalt bis dahin immer weit entfernt gewesen, aber das es dann schon so weit ist, ist irgendwie überrumpelnd. Vor allem da ich in Hamburg von dem neuen verkürzten Schulsystem (12 Jahre bis zum Abi) betroffen bin und also noch ein Jahr früher als gewöhnlich ins Ausland gehen muss (10. Klasse statt Vorstufe). Und während die Behörde noch in ihren Überlegungen, Systemen, Akten und Erwägungen steckte und sich nicht entscheiden konnte, haben wir trotzdem einfach angefangen einen Auslandsaufenthalt zu planen, was sich am Ende ja auch ausgezahlt hat.
Es ging weiter mit einer Bewerbungsmappe für die Schulen in den USA / Kanada die aus zahlreichen Zetteln und Fragen bestand, die beantwortet und ausgefüllt werden mussten. Dazu war noch eine Fotomappe zu gestalten. Ich kann nur jedem raten, damit rechtzeitig anzufangen, da jede Frage ganz alleine, auf Englisch und in allerschönster Schönschrift beantwortet werden muss, und besonders die Fotocollage ziemlich lange gebraucht hat (bei mir jedenfalls) und man am Ende furchtbar in Zeitdruck kommt. Diese Mappe muss irgendwann vor Weihnachten abgegeben werden.
In dieser Vorweihnachtszeit findet auch der Vorstellungsnachmittag der verschieden Schulen statt, an dem meine Schule, die Mercersburg Academy, leider nicht teilnahm. Aber das wusste ich damals noch nicht, da Frau Nottebohm im Gespräch nur erwähnt hatte, dass sie eine Schule im Hinterkopf habe, die gut zu mir passen würde, aber mehr hatte sie nicht verraten. So guckten meine Eltern und ich uns die verschiedenen Stände der Schulen an, unterhielten uns nett mit einigen Schulleitern, bis endlich das Geheimnis der „Schule im Hinterkopf“ gelüftet wurde und Frau Nottebohm mir einen ehemaligen Schüler vorstellte, der auf diese Schule gegangen war und mir endlich auch den Namen verriet „ Mercersburg Academy, Pennsylvania“. Ich war glücklich endlich etwas über die Schule zu erfahren und er schwärmte so, das besonders für meine Eltern klar war, das ich unbedingt auf diese Schule gehen müsse. Ich war noch ein bisschen unsicher, denn eigentlich hatte ich gedacht, dass man sich mehrere Schulen überlegt und dann zwischen ihnen auswählt.
Von dem restlichen Bewerbungsverfahren bekam ich zum Glück fast überhaupt nichts mehr mit. Das einzige, was mich immer noch beunruhigte, war die Tatsache, dass ich mich nur an einer Schule bewarb, denn was würde passieren, wenn ich da nicht angenommen werden würde?! Zum Glück ging ja alles gut und mitten in den Skiferien erhielt ich die Nachricht, dass ich angenommen worden war. Es war ein etwas komisches Gefühl, einerseits war ich super froh, dass alles geklappt hatte, andererseits kamen nun auch Angst und Aufregung hinzu.
Der allerschönste Teil der jetzt folgenden Vorbereitung war das Wochenende in Dortmund. Ich weiß gar nicht, was es am besten beschreibt. Vor allem konnte ich endlich mit ganz vielen Leuten die das gleiche Abenteuer vor sich haben übers Ausland, und alle daraus folgenden Probleme und Gedanken reden und auch super viel Spaß haben. Sogar das morgendliche Joggen, wo auch alle mitgemacht haben, war mit allen zusammen nur halb so anstrengend (und besonders gut für unsere Fitness ). Der ganze Tag lief ein bisschen wie in einer Boarding School ab, mit „Lights out“, verschiedenen „Sessions“ ( Culture Session, A day in a boarding school, Health and Rules, Math Session) und einer „Talent Show“, die wirklich sooo lustig war, obwohl ich das beim ersten Blick auf den Tagesplan nicht unbedingt geglaubt hätte. Wir waren nach dem jeweiligen Standort der Schule in mehrere Gruppen aufgeteilt: Rednosed Reindeers für Kanada, Crunchy Crocodiles für USA Ost (das waren natürlich die besten ;) ) und den Happy Hippos für USA West. Jede Gruppe musste sich einen „Cheer“ und ein Programm für die Talent Show überlegen, woraufhin wir den ganzen Abend durch die Stadt liefen und unsere Klatsch- und Rhythmusübungen machten, die wir vorführen wollten. Es klappte leider nicht alles und wir haben nicht gewonnen, obwohl wir doch den besten Groupleader hatten, nicht wahr Mo??! Ich war ganz schön traurig, als schließlich am Sonntag meine Mutter auftauchte und ich mich von allen wieder verabschieden musste, von den neu kennen gelernten Schicksalsgefährten und dem spitzenmäßigen ssb-Team! Am liebsten wäre ich gleich los geflogen in die USA. Doch dazwischen lag leider noch die so lang erscheinende Zeit zum Vorbereiten.
Im Nachhinein ist es wohl gut, dass sie so lang ist, denn um wenigstens ein paar englische Bücher zu lesen, Mathevokabeln, etc. zu lernen, Koffer, in die auf keinen Fall mehr als 23 Kilo Gepäck passt, und die dem Dress Code folgende Kleidung zu kaufen, braucht man ziemlich viel Zeit.
Jetzt heißt es noch einmal alles zu geben und dann hoffentlich einen guten Start in der neuen Schule zu haben.
Also dann:
USA, ich komme!!!
P.S.: Ich wünsche allen, die das hier durchlesen, weil sie selbst gerade überlegen ins Ausland zu gehen, ganz viel Mut, und wenn es klappt, eine entspannte Vorbereitung und ein wunderschönes Jahr in den USA oder Kanada!!!