Mein Jahr an der Mercersburg Academy
Am 26. August 2006 war es endlich so weit, zusammen mit einem anderen SSB-Schüler (Christoph) landete ich in Washington, der Flug war glatt gelaufen und es schien die Sonne. Da ich als Kandidat für das Soccer Varsity Team galt, war ich bereits eine Woche vor offiziellem Schulbeginn angereist um am Trainingscamp teilzunehmen. Das war zugleich eine perfekte Gelegenheit um bereits andere Schüler, den Campus und einige Lehrer kennen zu lernen.
Durch das Fußballteam habe ich auch meine besten Freunde gewonnen, die mich bereits hier in Deutschland besucht haben, bzw. die ich in ihren Heimatländern (USA, Jamaika) besuchen durfte. Sport hatte für mich also eine große Bedeutung, nicht nur habe ich dadurch einen leichten Einstieg gehabt, sondern vor allem habe ich Freundschaften geknüpft die ein Leben lang halten werden.
Im Nachhinein muss ich jedoch sagen, dass ich wohl noch viel mehr gute und enge Freundschaften hätte knüpfen können, wenn ich zu Beginn meines Schuljahres nicht so sehr um eine schulischen Leistungen besorgt gewesen wäre. Ein großer Vorteil jeder Boarding School ist das Schüler-Lehrer-Verhältnis, damit ist zum einen das numerische Verhältnis gemeint, meist sind es nicht mehr als 10 Schüler pro Klasse, zum anderen aber auch das zwischenmenschliche Verhältnis; so habe ich meine Lehrer nicht nur als Lehrkräfte angesehen, sondern als Vertraute, Freunde und Vorbilder.
Das Jahr hatte natürlich auch seine Tiefen, doch die Höhen haben deutlich überwogen, so dass ich immer mit einem Lächeln an die Zeit zurück denke. Neben der Fussballsaison war vor allem der Frühling eine grossartige Zeit, ich war Teil des Tennis Varsity Teams und schulisch wurde es durch bessere Englischkenntnisse immer einfacher. Nicht ausser Acht zu lassen ist auch, dass der Frühling die schönste Zeit auf dem Campus ist, alles blüht und keiner kann sich der guten Stimmung widersetzen. Während sich mein Jahr unweigerlich dem Ende zuneigte beschäftigte ich mich zunehmend mit meiner Zukunft, also nicht nur mit den letzten zwei Jahre Oberstufe in Deutschland, sondern vor allem der Zeit danach.
So fasste ich den Entschluss nach meinem Abitur auf jeden Fall wieder fuer ein Jahr ins Ausland zu gehen. Durch Zeitungsartikel stiess ich auf das Programm weltwaerts der Bundesregierung, von den verschiedenen Partnerorganisationen wählte ich den Deutschen Entwicklungsdienst (DED). Nach meiner erfolgreichen Bewerbung und meinem abgeschlossenen Abitur geht es nun am 27.07.09 fuer 12 Monate nach Ghana, dort werde ich eine Schule unterstützen und Aufklärung gegen Kinderarbeit betreiben.
Nach diesem Freiwilligendienst werde ich dem derzeitigen Stand nach meinen B.A. in Psychologie in Heidelberg machen und im Anschluss den M.A. in Friedens-und Konfliktforschung in Marburg. Natürlich lasse ich mir noch Optionen offen, da das Jahr in Ghana durchaus prägend sein wird, aber bisher ist es so zumindest geplant ;)