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“Attitude is Everything” stand auf einem T-Shirt, dass mir die Schule vor meiner Anreise als Willkommensgeschenk geschickt hatte. Es war jedoch mehr als nur ein Spruch auf einem weißen T-Shirt. Es war viel mehr eine Lebenseinstellung, die gelebt wurde und die ich zuvor so noch nicht kennengelernt hatte.
Das Verhältnis zwischen Lehrern und Schülern in der Proctor Academy ist aus meiner Sicht absolut einmalig. Man unterhält sich freundschaftlich und hilft sich gegenseitig. Ich habe mich vom ersten Tag an gefühlt, als ob ich in einer neuen, großen Familie aufgenommen worden wäre.
Alles fing mit einer „Orientation week“ an, in der wir vier Tage mit Zelt und Schlafsack durch die Berge von New Hampshire zogen. Ein gemeinsames Eintauchen in das eiskalte Bergwasser um 6 Uhr morgens schweißt von Anfang an zusammen und bricht jedes Eis. Es hat mir den Einstieg in Proctor extrem erleichtert.
Meine größte Herausforderung war: „Wie kann ich an all diesen Aktivitäten nur gleichzeitig teilnehmen, neben der Schule und meinen Hausaufgaben“. Vom ersten Tag an habe ich im Chor mitgesungen und im dritten Trimester zählten Theater, Tae Kwon Do, Computer Support, Graphics Community Service, Campus Tour Guide und mehr zu meiner Liste. Die Motivation habe ich aus einer einzigen Differenz zu meiner deutschen Schule gezogen: Für jede Teilnahmen an extracurricularen Aktivitäten oder besonderen Leistungen in der Schule wurde ich nicht mit „Streber“ oder anderen Worten bezeichnet, sondern wurde von meinen Mitschülern und Lehrern gelobt. Ein Handschlag auf den Rücken mit den Worten „Great job Mo“ hat mich motiviert noch mehr zu geben und an noch mehr Aktivitäten teilzunehmen.
Die Möglichkeit zehn Wochen lang auf einem Segelschulschiff zu leben und von Boston bis nach Puerto Rico zu segeln hat mich (und meine Eltern) motiviert ein zweites Jahr an Proctor zu bleiben. Es war ein absolut einmaliges Erlebnis. Als „Junior Watch Officer“ waren wir in den letzten drei Wochen persönlich für die Wache und das Boot verantwortlich. Jeder musste eine vierstündige Wache mit 7-8 Schülern leiten, um die Harvey Gamage zu der vom Kapitän gewünschten Position zu navigieren. Noch nie zuvor waren so viel Führungs- und Teamqualitäten von mir gefordert. Man lernte sehr schnell, dass ein Hauptsegel auf diesem 100 Tonnen Schiff sich nur bewegt wenn wirklich fünf gleichzeitig am selben Seil mit voller Kraft in die gleiche Richtung ziehen.
Diese Erfahrungen in den verschiedenen Aktivitäten und vor allem aber auch das „Ocean Classroom“ Programm haben meine Persönlichkeit bis heute stark geprägt. Sie haben mir zudem später das Selbstvertrauen und das Selbstbewusstsein gegeben, um mich einfach mal bei eBay zu bewerben und dort auch den Interviewprozess durchzustehen.
Freies Reden vor Menschen und die Kommunikation mit anderen wurde meine Leidenschaft und ich bin mir sicher, dass Proctor daran einen großen Anteil der Anerkennung verdient hat.
Über all diesem stehen jedoch die Werte, die an Proctor gelebt wurden und die ich für mich persönlich mitgenommen habe: Integrität, Ehrlichkeit, Leistung und Teamgeist. Diese vereint mit dem Schulspruch „Learn to live. Live to learn.“ stellen bis heute eine Grundlage meines Leben dar, die mich auch aus vielen schwierigen Situation gestärkt hervorgehen lassen hat.
ssb habe ich es zu verdanken diese Schule gefunden zu haben und mich somit in relativ kurzer Zeit so viel weiter zu entwickeln.
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