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Junge und Mädchen
 

 

 

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EINZELBERICHT
 
 
Jana Ehret (Juli 2009)
 
 

Mein Auslandsjahr war geprägt von Höhen und Tiefen, es gab schöne und schwierige Momente, aber jede einzelne dieser Erfahrungen hat dazu beigetragen, dass mein Aufenthalt an der Virginia Episcopal School zu einem unvergesslichen Erlebnis wurde, das ich nicht missen möchte.

Zu Beginn des Schuljahres wirkten viele meiner Kurse aufgrund der Sprachbarriere höchst anspruchsvoll. Ich wurde unsicher und zweifelte an meiner Fähigkeit den Rückstand zu den anderen Schülern aufzuholen. Genau an diesem Punkt jedoch realisierte ich erstmals was das amerikanische Schulsystem ausmacht: meine Lehrer wollten, dass ich es schaffen kann! Meine Englischlehrerin beispielsweise verbrachte neben der regulären Unterrichtszeit unzählige Abende damit, mit mir strukturelle, grammatikalische und inhaltliche Aspekte meiner Aufsätze zu besprechen. Bereits im Unterricht boten die kleinen Klassen und der sehr interaktive Unterricht genug Gelegenheit zum Fragen, aber trotzdem bot sie mir unverzüglich ihre Hilfe an.
Die Auseinandersetzung mit den einzelnen wenigen Fächern ist eine ganz andere als an deutschen Schulen. Durch den täglichen Unterricht, kann man nicht nur tiefer in einige Bereiche eindringen, sondern hat vor allem auch Zeit für praktische Unterrichtseinheiten. Die festgelegte „Study Hall“ sorgt dann auch noch dafür, dass man kontinuierlich lernt und somit sein Wissen auch dauerhaft speichert – man lernt zu lernen.

Sportlich bot die Virginia Episcopal School ein vielseitiges Angebot, welches ich in den drei verschiedenen Terms auskoste konnte. Als neue Sportart entdeckte ich Lacrosse für mich, was mir unheimlich viel Freude bereitete. Nachdem ich jahrelang nur Basketball gespielt hatte, wirke meine Unerfahrenheit auf dem Lacrossefeld, aber auch die Möglichkeit wieder Fortschritte zu machen, wie ein willkommener frischer Wind.
Durch das tägliche Training wird die Fitness des einzelnen gefördert, aber vor allem wächst das Team als solches zusammen. Neue Kontakte zu knüpfen und Freunde zu finden fällt beim Sport somit viel leichter. Den typisch amerikanische „School Spirit“, die Identifikation mit der eigenen Schule, erlebte ich ebenfalls auf dem Sportplatz: in einer tobenden Halle möchte man sein Bestes geben – für sich, sein Team und für seine Schule!

Mit 36 Mädchen in einem Haus zu wohnen, gehört zweifelsohne zu den einmaligsten Erfahrungen, die ich aus meinem Auslandsjahr mitnehmen konnte. Viele verschiedene Vorstellungen, Erfahrungen und Überzeugungen trafen damals in einem Haus aufeinander und es schien fast unmöglich, aber es funktionierte. Gemeinsam saßen wir Mädchen abends zusammen, schlemmten ein paar Kekse, während wir lauthals bei einem Disneyfilm mitsangen. Wir dekorierten unser Haus weihnachtlich mit allem was glitzerte und spielten uns gegenseitig kleine aber herzliche Streiche. In dieser Atmosphäre fand ich nach einiger Zeit auch den Rückhalt, um über mein Heimweh hinwegzukommen. Die Erlebnisse mit meiner litauischen Mitbewohnerin, meiner koreanischen Nachbarin und meinen amerikanischen Freundinnen ließen bald einfach keinen Raum mehr um Trübsal zu blasen.

Mir kommen einige Hürden und zahlreiche Herausforderungen, aber gleichzeitig so viele glückliche Momente in den Sinn, wenn ich an meine Zeit auf der Virginia Episcopal School zurückdenke. Es war eine riesige Chance für mich und ich bin froh diese genutzt zu haben. Man entwickelt sich weiter, wird selbstständiger und lernt nicht nur ein Stückchen mehr von der Welt, sondern auch sich selbst besser kennen.

 
 
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