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EINZELBERICHT
 
 
Esther Daweke (Dezember 2007)
 
 

Hi ihr alle!!!

Ich dachte es sei mal wieder zeit was von sich hören zu lassen. Ich weiss, ich hab mich bei vielen bisher echt noch nicht so viel gemeldet wie ich eigentlich wollen würde, aber ich bin wirklich immer beschäftigt bis gestresst.
Das leben hier besteht wirklich fast nur aus Schule und Sport deswegen gibt es, jetzt wo ich mich so gut eingelebt habe, auch nicht so viel Neues.
Ich stehe so um 7 auf, meistens scheint da dann auch schon die Sonne ein bisschen, obwohl ich die letzte Woche dachte es wäre endgültig Herbst, aber jetzt ist es doch wieder kurze Hose und T-Shirt Wetter.. =)
Dann gehe ich wie fast alle Amis in Sweatpants und Gammelpulli zum Frühstück, esse Bagels und bin entzückt wenn es Pancakes gibt! =) alles sehr amerikanisch!
Dann geht’s in die Schule, an die ich mich, glaub ich, immer mehr gewöhnen kann. Ich hab zwar bis 3 Uhr Schule, aber ich hab auch viele Freistunden in denen ich oft schon Hausaufgaben machen kann. Nach der Schule reicht die Zeit gerade noch um ins Zimmer zu hetzen, umziehen und zum Training zu gehen.
Die Tennis Saison ist leider vorbei, denn nächste Woche fängt der nächste Term an. Tennis war aber toll. Mein Team ist echt richtig gut, wir haben viele Turniere in der Gegend gespielt und meistens richtig gut abgeschnitten bis gewonnen. Die Mädels sind alle super nett und mit denen im Bus auf dem Weg zu anderen Schulen (gegen die wir spielen) zu sein, ist einfach das Beste. Nach jedem Spiel, das weit weg ist, noch mal kurz zu „In-and-out-burgers“, die Musik im Bus voll aufgedreht und 10 Mädles am ausrasten =) sehr spaßig.
Ich hoffe nur, jetzt wo die Tennis Saison vorbei ist, bricht der Kontakt nicht ab und wir machen immer noch so spaßige Übernachtungspartys mit wahnsinnig viel essen und Schnulzfilmen =) ein richtiger Frauenabend ist eben in jedem land gleich =)
Ich spiele jetzt Fußball, was hoffentlich auch gut wird. Ich denke, die Mannschaft ist nett und außerdem sollte Fußball mich richtig in Form bringen! (damit ich weiterhin den amerikanischen Eßgewohnheiten folgen kann, ohne nach Hause gerollt zu kommen =) )
Diese Woche wird jedoch etwas anders sein als normal, denn wir haben jetzt Finals, also die wichtigsten letzten Arbeiten des Terms. Eigentlich soll man jetzt super viel lernen und alle rasten auch irgendwie aus von wegen aaaaahhhhhhhhhh wir werden alle sterben, die Finals sind so hart! Aber mein „Roommate“ und ich haben leichte Probleme uns wirklich zum lernen zu zwingen =) gestern hat sie mir in Study hall im Badezimmer Tapdance beigebracht =) (in unseren Zimmern ist Teppich, deswegen im Badezimmer =) )
Für alle, die es noch nicht wissen, mein Roommate ist sozusagen Profitänzerin und fährt immer zu nationalen Wettbewerben und ihr Team gewinnt normalerweise auch! Hab also ne gute Lehrerin ! =)
Mein „Roommate“ und ich sind auf jedenfalls perfekt füreinander, wir haben immer super viel Spaß und reden auch über alles. Da hab ich wirklich Glück gehabt!
Ich denke, aber das mit den Finals wird schon, die Lehrer sind hier echt ein bisschen anders und versuchen generell nicht dich in die Pfanne zu hauen und bereiten uns ganz gut vor. Das Lehrer-Schülerverhältnis ist wirklich Hammer hier.
Mit den jüngeren Lehren sind die ganzen Jungs voll die „homies“ =) und die Mädels schwärmen von denen. Ich denke die meisten wissen wovon ich rede. =) Mr. Bates, mein Geschichtslehrer, hat so ziemlich jedes Herz mit seinem Aussehen, aber auch mit seinem netten, lustigen auftreten erobert =). Die Schüler bedanken sich nach jeder Unterrichtsstunde bei den Lehrern und die Lehrer bieten fast alle immer Hilfe an. Mit den Lehrern, die in unseren „dorms“ wohnen ist das dann noch mal anders. Mit denen wird über Beziehungskram geredet =) und denen wird zwischendurch auch mal ein graues haar rausgezupft =) (ich fand das nur irgendwie erwähnenswert, denn wenn man sich vorstellt das bei einem deutschen Lehrer zu machen.... =) hier wird sich dafür sogar noch bedankt! Lol !! Die Leute hier sind aber wirklich anders, offener und echt super nett.
Ich habe bisher auch noch nicht die Erfahrung gemacht dass die Amis oberflächlich sind, so wie viele sagen. Ich hab ungefähr schon 100 Leute eingeladen mich besuchen zu kommen und ich hab auch schon eine Einladung nach Hawaii!!!!!!!!!! Sie ist keine Hawaiianerin, aber ihre Familie hat ein Ferienhaus dort.
Das ist ja auch noch mal so ein Thema: die Leute und ihre Häuser hier. Ich denke in Amerika sind Häuser und Grundstücke generell größer (die haben ja einfach mehr Platz), aber ein paar hier leben echt in Villen. Es ist aber nicht so, dass damit geprahlt wird, man merkt das gar nicht, bis man dann mal bei denen vor der Haustür steht. Das ist aber mit allem so. Es wird nicht so geneidet, man freut sich für die anderen, egal ob es Schule oder Sport oder was auch immer ist. Alle sagen immer "good job!" und ich bin einfach mal so naiv das zu glauben, hab aber auch noch nichts Gegensätzliches erfahren.
So eine Boarding School hat schon eine gewisse „community“, die auch immer in jeder „assembly“ gefeiert wird. Es ist einfach interessant mit so vielen verschieden Menschen aus verschiedenen Ländern und Kulturen zusammen zu sein. Wenn man dann abends nach „studyhall“ noch zusammen am Lagerfeuer sitzt oder in der Turnhalle Twister spielt oder was auch immer wir hier alles machen, hat das schon was von Geschwistern, weil einfach immer alle um dich herum und für dich da sind...

Also ich denke ihr wisst jetzt einigermaßen bescheid, wahrscheinlich hab ich wieder was vergessen was ich unbedingt erzählen wollte, aber ich muss jetzt los.

Alles liebe aus California
Eure Esther

 
 
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