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ERFAHRUNGSBERICHT
 
 
Tobias Brehm
Bericht 1 von 6
 
 

brehm

Ich heiße Tobias Brehm, bin 16 Jahre alt, und wohne in dem winzigen, unbedeutenden Dorf Germaringen in der Nähe von Kaufbeuren. Ich gehe in die 10. Klasse des Jakob-Brucker-Gymnasiums, welches Du vielleicht von diversen Multimediaprojekten her kennst. Ich werde also erst mal die 11. Klasse in Kanada machen und, wenn mich die Arbeitswut und das Glück nicht im Stich lassen, sprich, wenn ich gute Noten habe, dann werde ich noch ein Jahr dran hängen und die 12. Klasse mit dem AP-Abschluss (etwa vergleichbar mit dem Abitur) machen.

Für das Leben in Kanada habe ich schon eine wichtige Voraussetzung, da ich Eishockey, was dort bekanntlich der populärste Sport ist, spiele. ;-) Doch da man diesen Sport nur im Winter ausüben kann, spiele ich auch noch Streethockey, damit mir im Sommer nicht langweilig ist.
eishockey

klettern
Doch irgendwie bin ich damit noch nicht ganz ausgelastet, darum bin ich auch noch im Alpenverein, mit dem ich Klettern, Skifahren, Bergwandern, aber auch auf Hochtouren gehe. Tja, vielleicht ahnst Du es schon: das ist immer noch nicht genug für mich, darum spiele ich noch Schlagzeug, um meine musikalische Ader zu trainieren und ich sitze, wie wohl viele Jungs, gerne vor dem Computer. Des Weiteren bin ich in meiner Schule in der AG Internet, die unsere Schulhomepage verwaltet und in der AG Multimedia, mit der wir schon viele Preise gewonnen haben. Diese zwei AGs rauben mir dann auch noch die letzte freie Minute. Nun, jetzt bin ich ausgelastet.
berghütte

Nun, es ist Dir bestimmt auch schon so gegangen, als Du jemanden erzählt hast, dass Du ins Ausland willst und dass derjenige wissen wollte, warum. Ich kann darauf immer nur antworten, dass es ein riesiges Erlebnis ist und dass ich dabei viel lernen kann und auch dafür bereit bin. Und warum ich dafür gerade nach Kanada gehe, das ist doch sonnenklar: DORT GIBT ES EISHOCKEY!!!

Zu einem erfolgreichen Jahr im Ausland gehört natürlich auch, dass man sich darauf vorbereitet. Oh Mist, das schreit jetzt wieder ganz laut nach Arbeit, aber daran kommt man nicht vorbei. Wie heißt es so schön: „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen!“ Aus diesem Grunde habe ich mir von der Bücherliste, die ich von ssb bekommen habe, ein paar englische Bücher herausgesucht, um schon jetzt etwas gegen meine „grausamen“ Englischkenntnisse zu tun. Des Weiteren hat mir ssb einen Vorbereitungsordner geschickt, indem diverses Vorbereitungsmaterial enthalten ist und der sich immer mehr füllt. Doch neben dieser Art der Vorbereitung, die nur daheim abgelaufen ist, gab es auch ein Vorbereitungstreffen (diesmal in Weinheim, Mannheim), bei dem sich alle Jugendlichen trafen, die nach Amerika oder Kanada gehen. Wir hatten alle viel Spaß und man hat gleich gemerkt, dass sich alle auf der gleichen Wellenlänge bewegen. Aber es gibt doch dummerweise bei allem einen Haken, der in diesem Fall darin bestand, dass diese 2 ½ Tage so kurz waren für all das, was wir an Arbeit vor uns hatten. Darum gab es auch nur wenig Freizeit. Aber es war trotzdem ein tolles Wochenende, da wir manchmal in großen und dann wieder in kleinen Gruppen über verschiedene Themen geredet haben. Das Lustigste war aber, dass jede Gruppe einen Namen hatte; hier waren es vier amerikanische Basketballmannschaften.


klasse

Es gab drei Gruppen, in denen alle nach Amerika gehen und nur EINE Gruppe mit Jugendlichen, die nach Kanada wollen – DAS WAREN DIE RAPTORS!!! Aber nun zurück zum eigentlichen Thema: In den kleinen Gruppen haben auch ehemalige Schüler von ihren Aufenthalten in Kanada, bzw. USA erzählt und Fragen unsererseits beantwortet. An einem Abend gab es dann ein Quiz, bei dem man wieder sehen konnte, dass so ziemlich keiner weiß, wer der berühmteste kanadische Eishockeyspieler ist, der die Nummer 99 hat. Weißt Du es? Wenn ja, dann ist es gut, wenn nein, dann schäme Dich! ;-) Er heißt Wayne Gretzky und ist die Eishockeylegende schlecht hin. Als diese Frage gestellt wurde, habe ich gedacht, alle in meiner (kanadischen) Gruppe müssten es wissen, aber dann musste ich erschreckt feststellen, dass es kein einziger wusste. Zzzzzz!!!!!! Naja, man kann nicht alles im Leben haben, doch das ist Pflicht!
In der großen Gruppe hat Herr van den Bergh, ein Professor aus der Schweiz, uns etwas über interkulturelle Probleme erzählt, die entstehen können, wenn man in einer Klasse ist, in der Schüler verschiedener Herkunft sitzen. Dazu haben wir einen Film angeschaut und danach über die Fehler gesprochen und Lösungen gesucht, wie man selbige vermeiden kann. Auch wenn sich das jetzt nur wie pure Arbeit anhört, war es ein sehr wichtiger Aspekt, bei dem jeder voll bei der Sache war.

Der Abflugtermin nach Kanada rückt unaufhörlich näher und mit jedem Tag geht es schneller. Damit wächst aber auch der Zweifel, ob es wirklich das Richtige ist, was ich da tue. Und wenn ich mal ein paar freie Minuten in meinem dichten Terminplan habe, dann liefere ich mir manchmal richtige Kämpfe mit meinem Gewissen, doch bis jetzt habe ich diese jedes Mal gewonnen. Der Grund dafür ist meine „Wunderwaffe“: Ich erkläre mir einfach selber, dass es schon so viele Schüler vor mir auch „überlebt“ haben ... ok, es gab auch Ausnahmen ... aber dass heißt doch nicht, dass es nicht geht. Ich mach’ es einfach so, wie im Eishockey: Zähne zusammen und durch!!!

kanadische_flagge

 

 
 

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