Wie ist das Leben im Dorm?
Es gibt jeweils 4 Mädchen und 4 Jungendorms plus noch ein paar Familien die 1-3 Schüler bei sich zu Hause unterbringen. Ich habe in Waterman gewohnt, welches von der Ausstattung zwar nicht besonders berrauschend ist (die Möbel waren schon ein wenig alt und die Matrazen für meinen Geschmack viel zu dünn), zumindest mit dem „New Dorm“ verglichen, aber was mir bei uns besonders gefallen hat ist, dass wir von allen Dorms das beste Gruppengefühl hatten und uns untereinander alle super gut verstanden haben, was nicht ganz selbstverständlich ist wenn 32 15-18 Jährige zusammen unter einem Dach wohnen, so gab es in den anderen Dorms auch öfters mal kleine Streitereien. Der größte Unterschied für mich war, dass ich plötzlich mein Zimmer mit 2 Roommates teilen musste, was jedoch auch eine Ausnahme war; normalerweise hat man nur einen Roommate. Am Anfang war das Ganze ein bisschen komisch aber ich hab mich schnell daran gewöhnt und es auch zu schätzen gelernt, dass um mich herum immer was los war und uns nie langweilig wurde.
Es ist noch wichtig zu wissen, dass man sich Bettwäsche, einen Mülleimer, eine Schreibtischlampe und vielleicht auch einen Wäschekorb selber kaufen muss, wofür die Schule aber schon ganz zu Beginn Trips anbietet die einen zum nächsten Walmart bringen.
Wie ist der Unterricht?
Es gibt an der SJA vier verschiedene Unterrichtslevels; basic, welches eigentlich für lernschwächere Schüler angeboten ist, Standard ist für den durchschnittlichen Schüler gedacht, Accelerated ist schon etwas anspruchsvoller, sollte aber für Gymnasiasten kein Problem sein, und dann gibt es noch Advanced Placement was eher für Musterschüler gedacht ist.
Die Klassengröße hier ist weitaus geringer als in Deutschland, was das Lernen angenehmer macht und die Lehrer können mehr auf die Schüler eingehen, was sie aber allgemein viel häufiger machen als ihre deutschen Kollegen.
Auch das Fächersystem ist hier ganz anders, man hat jeden Tag 4 Stunden a 80 Minuten und jeden Tag die gleichen Fächer also nur 4. Zum Halbjahr wechselt man dann die Fächer, also hat man noch mal 4 andere.
Was ich besonders gut fand war, dass man nach der Schule immer noch mal zu den Lehrern hingehen konnte und diese dann für Fragen und Nachhilfe bereit standen und auch kein Problem hatten, wenn man dann nach der Schule noch mal für 1 oder 2 Stunden bei ihnen saß.
Wie ist das Essen?
In der Schulkantine wird dreimal täglich Essen serviert; morgens gibt es schon ziemlich kräftiges Essen: Eier, Speck, Kartoffeln, Omeletts...jedoch gibt es auch Müsli und frische Früchte. Mittags ist die einzige Mahlzeit an der auch die Day-Students teil nehmen und ist in die Schulzeit integriert. Dort gibt es dann richtig amerikanisches Fastfood, Pizza, Sandwiches, und auch ganz normales Essen, welches jedoch auch nicht wie unseres ist.
Abends wird auch noch mal gekocht, das Essen ist dann recht normal, jedoch leider nicht besonders gut, was im vergangenen Jahr ziemlich schlecht angekommen ist, hoffentlich wird sich da zum nächsten Jahr hin etwas ändern.
Was macht man am Wochenende?
Da ich und meine Roommates extreme Langschläfer waren, hat sich bei uns am Wochenende vor 1 Uhr kaum was gerührt, so dass wir meistens auch den an den Wochenenden angebotenen Brunch verpasst haben und dann erst am Abend wieder gegessen haben. Grundsätzlich besteht aber die Möglichkeit an Trips nach Burlington (nächste größere Stadt) teilzunehmen, und ab und zu gibt es auch Ausfüge nach Boston, Montreal und an andere Orte, jedoch sind die oft schnell voll, so dass man sich schnell anmelden sollte. Im Winter fährt jeden Sonntag ein Bus zum 30 Minuten entfernten Burke Mountain zum Ski- und Snowboard fahren.
Wie ist der Campus?
Der Campus ist recht weitläufig und mit zahlreichen Grünflächen versehen. Die Mädchendorms sind zum Großteil mitten zwischen Schulgebäuden, während die Jungsdorm alle ein wenig abseits sind, jedoch nicht so weit, dass sie wirklich vom Geschehen abgeschnitten sind. Jede Fachgruppe (Mathe, Naturwissenschaften, Kunst...) hat jeweils ein eigenes Gebäude, welche auf dem ganzen Campus verteilt sind. Dazu kommt noch eine sehr große, moderne Bibliothek, eine große Sporthalle mit Tribünen und daran angeschlossen noch 3 weitere Sporthallen, ein Raum mit Hanteln usw. und einer mit Laufbändern und Fahrrädern. Im Keller des Gebäudes findet man noch ein Schwimmbad. Ein bisschen den Berg runter sind ein Football und Leichtathletikfeld, direkt daneben einen Fußballplatz und noch einen kleinerer der für Feldhockey gedacht ist. Geht man noch ein Stück weiter den Berg runter kommt man an einen kleinen Fluss hinter dem noch ein Sportplatz gelegen ist welcher für Fuß- und Baseball benutzt wird.
Wie ist der Ort?
St Johnsburz hat ungefähr 7000 Einwohner, welche jedoch auf eine sehr große Fläche verteilt sind und da es in Vermont hauptsächlich nur freistehende Einfamilienhäuser gibt ist es doch eher ein Dorf, zumindest für mich als Kölner. Die Schule liegt ziemlich nah am Zentrum dran und in kurzer Zeit kann man ein Kino, eine Bowlingbahn, diverse Fast-Food Restaurants und Läden erreichen. Auch zwei kleine Supermärkte kann man in STJ finden, es lohnt sich aber an den all freitaglichen Trips nach Littleton teilzunehmen, da es dort einen großen Walmart und noch viele andere größere Geschäfte gibt. Der ganze Ort ist mit diversen Kirchen übersäht die auch gut besucht werden, da die meisten Vermonter religiöser sind als der typische Deutsche.