Vorwort
„Du hast doch nen Knall! Warum machst du dir den Stress ein Jahr in’s Ausland zu gehen?! Warum denn eine Privatschule oder wie du es nennst *Boarding School*?! Und warum halst du dir freiwillig selbst Arbeit auf?!“
Hallo ihr lieben, das ist die Kurzfassung von Argumenten aus einem Gespräch zwischen mir und ein Paar meiner Bekannten, als ich ihnen von meinem Entschluss erzählte, für ein Jahr in den Staaten auf eine nordamerikanische Privatschule zu gehen. Anfangs guckten sie verdutzt, sie dachten es wäre ein Scherz, doch als ihn ihnen das Gegenteil erklärte, kamen die oben erwähnten, mit einem Grinsen gestellten Fragen, auf.
Mein Name ist Felix Kristopher Bock, ich bin 17 Jahre alt und komme aus Salzhausen in Niedersachsen. Ich habe gerade die zehnte Klasse am Gymnasium i.E. Salzhausen beendet und werde am 28. August für ein Schuljahr auf die Mercersburg Academy nach Pennsylvania gehen.

Mein größtes Hobby ist Fußball. Ich spiele selbst drei Mal die Woche, trainiere mit einem Freund unsere D1 (bzw. C2)-Junioren und entschied mich zusätzlich einen Schiedsrichterschein zu machen. Nun ja, böse Zungen würden behaupten, dass ich keine Freunde habe, und deswegen nur einen Ball als besten Freund besitze, den ich zu allem Überfluss auch noch gegen Hauswände, Pfosten oder Mitspieler trete. So ist es nicht, denn neben dem Sport treffe ich auch gerne meine Freunde[die ich sehr wohl habe ;-)], lese gern, gucke Fernsehen oder höre manchmal auch einfach nur Musik.
Die Idee ein Jahr im „Land der Unbegrenzten Möglichkeiten“ zu verbringen hatte ich schon länger und als ich dann Frau Nottebohm kennen lernte, die mir über all die Vorteile, Möglichkeiten und Chancen berichtete, stand eigentlich so gut wie fest, dass das kommende Jahr ein Auslandsaufenthalt an einer Privatschule ist. Natürlich spielte auch der Gedanke des Sports (insbesondere Fußball) eine große Rolle, denn sich mit anderen Spielern auf „internationaler Ebene“ zu messen, ist doch für einen Sportler eine super Erfahrung! Zudem ist an der Mercersburg Acadamy ein deutscher Fußballcoach, der selbst halbprofessionell gespielt hat und bei dem möchte man sich schließlich beweisen…

Das Vorbereitungstreffen von ssb
Ende Mai 2005 war es dann soweit. In Bielefeld lernte ich so gut wie die Hälfte der ssb-Austauschschüler(das Treffen für die anderen Schüler war in Weinheim) diesen Jahres kennen. Mir fällt hierfür nur ein Wort ein: G-e-n-i-a-l! Nachdem wir von Schiefers und dem ssb-Team begrüßt wurden losten wir die jeweiligen Gruppen aus. Diese traten dann wettkampfmäßig gegeneinander an. Jeder Tag war prinzipiell ein Tag an einer Boarding School. Morgens ging es Joggen, nachdem dann wirklichen notwendigen Duschen ging’s zum Frühstück. Danach traf man sich in den bereits erwähnten Gruppen(benannt nach Basketballmannschaften), man sammelte über die Tage hinaus Fragen, die dann von ehemaligen ssb-Schülern beantwortet wurden und ihren Abschluss in einem täglichen Quiz fanden. Mathevorbereitungen mit einem kurzen Test gehörten mit zum Programm. Herr van den Bergh behandelte mit uns das wichtige Thema der verschiedenen Kulturen. An einem Filmbeispiel analysierten wir Reaktionen von Menschen, ihre Vorgehensweisen und versuchten Verbesserungsvorschläge zu unterbreiten. Ein weiterer Kernpunkt dieses Wochenendes war die Kreativität innerhalb der Gruppen. Es gab Aufgabenstellungen, sag ich euch, da musste man einmal schlucken, bevor man merkte dass die Zeit bereits vorüber war. Jedoch kann man diese mit der nötigen Lockerheit, einer gewaltigen Portion Humor (Michele, du wirst mich verstehen ;-), Gruß an die 7 Zwerge!) sehr gut bewerkstelligen. Nun werde ich mich hüten euch die Aufgabenstellungen zu verraten, spätestens wenn ihr am Zug seid, werdet ihr wissen, was ich meine! Für so gut wie alles gab es Punkte, bzw. Punktabzüge. Wer nicht zum Joggen erschien oder nicht zur Bettruhe den Lichtschalter fand, handelte sich und seinem Team Minuspunkte ein[vielleicht auch ein blaues Auge ;-)]. Für z.B. Aufmerksamkeit usw. wurden ebenfalls Punkte vergeben, genauso wie für den Mathetest, richtige Antworten im Quiz und das Bearbeiten der Aufgabenstellungen. Tja, gewonnen haben am Ende die Lakers, der Preis ließ sich sehen und alle waren, vor allem die Lakers, glücklich!
Ich sag nur: Lakers!
Makers!
Makers of the night!
Ready to fight!!!
Man waren wir gut! ;-))
Schlusswort
Nun noch einmal zu dem ersten Absatz: Wenn ich ehrlich bin und mir den Stress mit meinem Visum, Koffer packen, medizinische Unterlagen und einfach an alles zu denken, vor Augen führe, muss ich mir ab und zu die Frage stellen, warum ich dieses ganze Tohuwabohu eigentlich mache und ob meine Freunde nicht wirklich Recht hatten. Doch die Antwort findet ihr selbst nach dem Vorbereitungstreffen heraus. Mein Fußballtrainer (ein Konditionsfetischist) sagte einmal in der Halbzeitpause, als wir grandios 1:3 in Rückstand lagen, dass wir nicht immer den einfachsten und bequemsten Weg des Widerstandes gehen können, denn mit Nichtstun würden wir weder unserem Mitspieler im Mannschaftssport noch uns selbst in unserem ganzen Leben einen Gefallen tun, denn von Nichts kommt Nichts… Diese Worte klingen weise, nicht?! ;-) Und wenn ich genau darüber nachdenke, kann ich doch mehr als froh sein, solch eine Chance zu haben. Sie zu nutzen ist natürlich etwas anderes, jedoch hat ssb gute Vorschläge für die Vorbereitung. Englischsprachige Bücher und DVD’s helfen die Sprache besser zu verstehen. Im Unterbewusstsein setzen sich Satzkonstruktionen fest und mit etwas Arbeit, Mühe und wenn man eben nicht den besagten „einfachsten Weg des Widerstandes“ geht, dann hat man sich für den Anfang gut vorbereitet.
Einen Tipp möchte ich Euch noch geben: Wenn ihr sicher seid, dass ihr für ein Jahr in’s Ausland möchtet, dann fangt bloß mit allem rechtzeitig an. Am Ende kommt immer etwas dazwischen, also Ahoi ihr Matrosen und auf geht’s in unbekannte Gewässer!